Collection
77 Tänze und Gesänge
D-WRha , Mus.ms. A 40
Scoring summary: V (X), guit
Scoring: V, guit
Original Title: [label on cover, printed, paled and nearly unreadable:] Tänze & Gesänge | für die | GUITTARRE
Material:
  • Source type:
    Source type: Manuscript copy
    Content type: Notated music
    Material:
    Format, extent: score: 59f.
    Dimensions: 17,5 x 22 cm
    Binding note:
    Binding note: Fester, marmorierter Einband, am Rücken zerstört; mit grünem Titeletikett (Schrift und Ornamente gedruckt, alles stark verblaßt).
Shelfmark (olim): D 1421
Former owner: [Verified]
Former owner: [Verified]
Other: [Verified]
Notes: Auf f.1r Besitzervermerk: "Wilhelm Schmidt. | Bäcker."
Auf f.1v runder Besitzerstempel mit der Umschrift: "SEIGN D'OISY ET DE FUREMONT EX LIBRIS GUENTER URBANIM", innen Wappen und Inschrift: "BESSER, EIN KLEINER HERR, | ALS EIN GROSSER KNECHT."
Dem Notenbuch liegt ein Ausschnitt aus einer (nicht genannten) Zwickauer Zeitung bei, auf dem mit Bleistift das Datum 11. März 1943 notiert wurde. Der Verfasser ist Günter Urban, der den Artikel mit der Chiffre "G. U." unterzeichnet hat. Unter der Überschrift "Altes Zwickauer Liederbuch: Hausmusik vor hundert Jahren" beginnt der Artikel mit den Worten: "In meinem Besitz befindet sich ein handschriftlicher Band, der ungefähr hundert Jahre alt ist und dessen Seiten mit zierlichen Noten und verschnörkelt geschriebenen Texten angefüllt sind. Es handelt sich um ein Buch, das einer offenbar sehr sangfreudigen Zwickauer Familie als Quelle schöner Hausmusikstunden gedient hat. Das erste Blatt trägt den Eigentumsvermerk: 'Wilhelm Schmidt. Bäcker.' Mehrere Hände haben an der Aufzeichnung der Lieder mitgewirkt, mindestens waren es vier. Die Zusammenstellung der nach und nach eingetragenen Lieder spiegelt anschaulich den Geist der damaligen Zeit wider. […]" Nach detaillierter Inhaltsbeschreibung heißt es im letzten Absatz: "Wir, die wir die manchmal zärtlich-verträumten und einfachen, manchmal banalen und kitschigen Texte und Melodien dieses Bandes nachlesen, kennen nur den Namen des Bucheigners. Alle anderen, die hier schrieben, sangen und spielten, sind uns unbekannt. Aber wir spüren etwas vom Geist einstiger Hausmusikpflege, und wir erkennen, daß sie der unseren eine voraus hatte: Man sang und spielte seine 'Schlager' im heutigen Sinne, Schlager, die in ewig hackendem Rhythmus in den Seelen zerschlagen und verschütten, was bereit ist, das Schöne und Ewig-Gültige der Künste aufzunehmen. Diese Bereitschaft, dieses Sich-Versenken-Können, das hatten unsere Voreltern und konnten es unangefochten pflegen und bewahren!"
Neben dem Notenbuch existiert noch ein handgeschriebenes Textheft (22f., 21 x 18 cm). Es enthält Texte zu zusätzlichen, nicht im Notenbuch enthaltenen Liedern und Arien, die sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch unter Laien weit verbreitet waren. Ein großer Teil der Texte ist mit Überschriften und Tonartenangaben versehen.
Die Sammlung selbst enthält zwei Liedtexte ohne Noten: Auf f.13v und 14r (unten) ist der Text des Liedes "Im Januar da führen uns die Männer auf das Eis" notiert (8 Strophen, ohne Noten); auf f.59v, der letzten Seite der Sammlung, sind 3 Strophen des Liedes "Wenn die Schwalben heimwärts ziehen" ohne Noten niedergeschrieben.
Am Ende ist ein Zettel (11 x 16 cm) mit 2 Notensystemen eingelegt; über dem 1. System steht: "Tenornoten im C-Schlüssel", über dem 2. System steht: "Es kommt auch vor, daß die Tenornoten im Violinschlüssel geschrieben sind."; im unteren Teil des Blattes links die Datierung: "d. 26/9. [18]46", rechts der Name: "J. Pörzler".
Im Notenbuch sind nur die ersten 21 Stücke nummeriert (no.1 bis 20, auf no.16 folgt 16½):
Beteiligung mehrere Schreiber.
Library (siglum) shelfmark: Mus.ms. A 40
RISM ID no.: 250013270
Last update: October 16, 2022